1. Die Ausgangssituation
1. Sicherheit bei der Waldarbeit Aus- und Weiterbildung werden häufig als eine vorrangige Lösung für Sicherheitsprobleme bei der Waldarbeit angesehen, aber es ist noch viel zu tun, damit ein dauerhafter Erfolg von sicherheitsbezogenen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erzielt werden kann. Die Maßnahmen müssen inhaltlich und methodisch so ausgerichtet sein, dass sichere Arbeitsweisen über das gesamte Arbeitsleben eines Forstarbeiters erhalten bleiben.
2. Sicherheit bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
Während Bildungsstätten ihre Aufgaben gut erfüllt haben, das Erlernen sicherer Arbeitsweisen und Verfahren in ihre Lehrpläne zu integrieren, fehlt es auf der anderen Seite an Vorschlägen für die Bildungsstätten, diese wichtigen Lerninhalte unter optimalen Sicherheitsbedingungen umzusetzen. Es sollte zwischen Sicherheit bei der Waldarbeit und Sicherheit bei der Aus- und Weiterbildung unterschieden werden. Lehrkräfte selbst müssen in Arbeitssicherheit weitergebildet werden, und sie müssen Zugang zu geeigneten Arbeitsmitteln haben, damit sie optimale Bedingungen bei Schulungsmaßnahmen schaffen können.
3. Ziele des Projekts
Aufgrund der hohen Unfallraten und Gesundheitsgefährdungen ist Sicherheit bei der Waldarbeit in allen Ländern ein ständiges Thema. Unfälle und Gesundheitsschäden verursachen hohe Kosten für alle Beteiligten - für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Außerdem reduzieren sie die Attraktivität der Forstwirtschaft als Arbeitsplatz.
Unter allen derzeit verfügbaren Maßnahmen zur Verhinderung von Arbeitsunfällen und Gesundheitsschäden haben Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen einen herausragenden Stellenwert. Sie dienen dazu, die Fähigkeiten zu erwerben, um ein sicheres Arbeitsleben in der Forstwirtschaft zu bestreiten und dabei gesund zu bleiben.
Folgende Ziele sollten Bildungsträger für die Waldarbeit anstreben: (1) Teilnehmer an Schulungsmaßnahmen sollen sicheres Handeln auch beibehalten, wenn sie ins Arbeitsleben eintreten, beziehungsweise in den Arbeitsalltag zurückkehren. Derzeit fehlt es aber vielfach noch an geeigneten Methoden einen dauerhaften Effekt von Schulungsmaßnahmen zu messen, und es gibt auf europäischer Ebene kaum Hinweise darauf, dass verfügbare Methoden ausreichend eingesetzt werden, damit Ziele des Projekts erreicht werden könnten.
(2) Bildungsstätten müssen dafür sorgen, dass Aus- und Weiterbildung unter optimalen Sicherheitsbedingungen und ohne Gesundheitsgefährdungen stattfinden. Dies bezieht sich sowohl auf die überbetriebliche Weiterbildung, als auch auf die Berufsausbildung, denn besonders die Arbeit mit Auszubildenden oder Internatschülern erfordert besondere Aufmerksamkeit, da hierbei spezifische Bestimmungen und Beschränkungen für die Arbeit mit Jugendlichen zu beachten sind.
Aus diesen genannten zwei Punkten unterscheiden wir zwischen Sicherheit bei der Waldarbeit und Sicherheit bei der Aus- und Weiterbildung.
Wenn auch bedeutende Forschungsarbeiten gelaufen sind, die zur Verbesserung der Arbeitssicherheit beitragen, ist noch immer sehr viel zu tun, um einerseits den nachhaltigen Effekt von Schulungen zu verbessern und andererseits die Aus- und Weiterbildung von Forstarbeitern sicherer zu machen.
Das Expertennetzwerk der FAO/ECE/ILO, befasst mit den sozialen Aspekten nachhaltiger Forstwirtschaft, arbeitet daran, diese Fragen zu lösen. Um konkrete Lösungen zu finden, fördert die Europäische Kommission Leonardo da Vinci-Projekt, das vom Centre Forestier in La Bastide des Jourdans, Frankreich, geleitet wird.
Das Projekt verfolgt zwei Ziele:
1. Definiton der pädagogischen Ziele und Methoden sowie Mittel, die Ergebnisse zu verbreiten. Während der Aus- und Weiterbildung erlernte sichere Arbeitsweisen sollen zu Kernqualifikationen transformiert werden - zur Schaffung einer "Gesundheits- und Sicherheitskultur".
2. Optimierung der Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen für Waldarbeiter und Ausbilder während der Aus- und Weiterbildung.
Diese Arbeit wird auf eruopäischer Ebene in Zusammenarbeit von Trainings-, Forschungs- und Ausbildungszentren, sowie Versicherungsträgern, Gewerkschaften und einem Netzwerk europäischer Forstunternehmen geleistet.
Die Arbeit startete im Oktober 2005 und wird bis Oktober 2007 dauern. Das Projekt umfasst 4 Arbeitsphasen. (Informationsbeschaffung, Entwicklung von Unterrichtswerkzeugen, Testen der Ergebnisse, Verbreitung und Anwendung der Ergebnisse).
Die Ergebnisse wurden in einem französich-schweizer Seminar mit dem Titel: Safety and Forestry Training - Changes and Progress in the Last 10 Years, unterstützt durch die Experten des FAO/ECE/ILO-Netzwerkes vom 23. bis 25. Mai 2007 in Annecy, Frankreich, präsentiert.
4. Konkrete Ergebnisse des Projekts
Die konkreten Ergebnisse werden einen Lehrplan für Forstpersonal, einen Lehrplan für Lehrkräfte, einen Führer mit Best-Practise-Beispielen und ein Werkzeug zur Gefährdungsanalyse beinhalten. Diese Instrumente werden allen Betroffenen zur Verfügung gestellt und es wird dazu aufgerufen, diese auch zu verwenden.
5. Sicherstellung der Verwendung der erzielten Ergebnissse
Um die Verwendung der erzielten Ergebnisse auf europäischer Ebene zu gewährleisten, werden verschiedene Methoden eingesetzt. Zwei der Methoden verdienen besonders hervorgehoben zu werden:
• Überseztung der Ergebnisse in die wichtigsten europäischen Nationalsprachen.
• Die für Waldarbeiteraus- und -weiterbildung verantwortlichen staatlichen Stellen der Europäischen Staaten werden von Anbeginn dieses Programms über geleistete Arbeit informiert. Sie werden aufgefordert, die in diesem Projekt gewonnenen Ergebnisse zur Verbesserung der bestehenden Aus- und Weiterbildungskonzepte zu übernehmen. Alle Anforderungen an derzeitige Vorschriften für Gesundheit und Sicherheit, welche sich schon in Trainingsprogrammen finden, werden zielführend erweitert und ergänzt.
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Ziel:
Es soll die Umsetzung von erweiterten Qualifizierungen von Arbeitskräften in der Landwirtschaft, die an herausgehobenen Positionen im Betrieb beschäftigt werden, erprobt werden. Erweiterte Qualifizierungen sind Maßnahmen in ausgewählten überfachlichen Themenbereichen. Zielgruppe ist die Berufsgruppe der familienfremden Arbeitskräfte, die in einem Dauerarbeitsverhältnis mit herausgehobenen qualifizierten Tätigkeiten beschäftigt sind. Hinzu kommt die Berufsgruppe derer, die in Betrieben landwirtschaftlicher Dienstleister als Stammarbeitskräfte ebenfalls an herausgehobener Position tätig sind.
Dieses Projekt hat zum Ziel, ‚Best- practice’- Beispiele zu erproben und in einer Empfehlungsliste darzustellen.
Dabei soll in enger Anlehnung an das bus- Qualifizierungssystem der Andreas Hermes Akademie e.V. ein angepasstes Modell für die beschriebene Zielgruppe erstellt, in drei Pilotregionen umgesetzt und die Ergebnisse evaluiert werden.
Ziel sind inhaltliche Empfehlungen zur Übertragung auf weitere Regionen.
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Ausgangssituation:
Allein schon die Existenz des erfolgreich praktizierten bus - Programms und das gleichzeitige Fehlen eines solchen auf Arbeitnehmer zugeschnittenen Pendants beweist die Notwendigkeit des hier vorgeschlagenen Projekts.
Es gibt Indizien (u. a. aus einer Untersuchung  des VLF aus 2008  im Auftrag der Landwirtschaftlichen Rentenbank) dafür, dass die persönliche Entwicklung der Arbeitnehmer und die Entwicklungspotentiale der Betriebe durch mangelhafte oder fehlende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten behindert werden.
Die positive Entwicklung und strukturelle Veränderung der betrieblichen Abläufe in der Landwirtschaft stellen nicht nur höhere Anforderungen an Betriebsleiter, sondern auch an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Anforderungen an die Beschäftigten steigen mit der enormen technischen Entwicklung in der Landwirtschaft. Moderne Stallsysteme, ausgeklügelte, computergestützte Maschinentechnik, aber auch höhere Anforderungen im Umgang mit der Umwelt, diversifizierte Betriebsziele, Selbstvermarktung, multifunktionale Arbeitsplatzinhalte, Personalmangel, zunehmender Einsatz von betriebsfremden Arbeitskräften, Zertifizierungsanforderungen etc. erfordern ein permanentes Erwerben von zusätzlichen Qualifikationen auch und gerade der familienfremden Mitarbeiter und ganz besonders im Hinblick auf die überfachlichen Kompetenzen.
Zu erwartende Ergebnisse:
Durch die angestrebte spezifische Weiterqualifizierung von Arbeitnehmern in den Pilotregionen wird der Nachweis erwartet, dass die betrieblichen Abläufe effektiver werden und die Qualität der Arbeitsergebnisse sich weiter verbessert. Zudem wird erwartet, dass die Arbeitszufriedenheit der Qualifizierten deutlich zunimmt. Durch die Verbreitung dieser Best - practice - Beispiele soll eine Wirkung über die Projektgrenzen hinaus erreicht werden.
Eckpunkte der Durchführung:
- Identifizierung der Weiterbildungsinhalte
- Konzeptionierung der Weiterbildungsinhalte
- Marketing und Teilnehmergewinnung
- Durchführung in drei ausgewählten Pilotregionen
- Evaluierungsphase
- Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen
- Veröffentlichung und Verbreitung der Ergebnisse
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